Kameradschaftsabend mit interessantem Thema

Meine Pflicht war Abenteuer – Unglaublich spannende Jahre auf dem Balkan, in Afrika und Asien

 

Zum Jahresabschluss wartete die Kameradschaft ehemaliger Soldaten, Reservisten und Hinterbliebenen (KERH) im Kreis Ahrweiler noch Mal mit einem interessanten Vortrag auf. Oberstleutnant a.D. Peter Willers berichtete über seine aktive Dienstzeit als Soldat in verschiedenen Ländern in Afrika und auf dem Balkan sowie über seine Zeit danach als Minenräumer weltweit. Seine Tätigkeit war stets von starkem sozialem Engagement geprägt. Im Jahr 1989 begann sein weltweiter Einsatz in Djibouti (Dschibuti). Dieser Einsatz prägte ihn sehr. So ist das Zitat eines deutschen Marine-Kameraden, der auf dem Flaggschiff der Franzosen im 1. Golfkrieg eingeschifft war, „Djibouti ist der ideale Urlaubsort für jemanden, an dem man Rache nehmen möchte“, auch heute noch tief in seinem Gedächtnis. Obwohl er sich mit seiner Gattin Gisela, die ihn bei all seinen Auslandsverwendungen begleitete, wegen der guten Kameradschaft mit seinen französischen Kameraden dort sehr wohl fühlte, erinnert er sich gut an die Terroranschläge auf die französischen Kameraden sowie die vielen Überfälle, die meist auch tödlich endeten. Auch bei seinem Einsatz im Tschad wurde er mit dem Tod konfrontiert. Bei Minenräumarbeiten passierten mehrere Unglücke, darunter auch eines, bei dem sein Stellvertreter und mehrere einheimische Mitarbeiter den Tod fanden. Aber seine gesamte Arbeit mit den Minen und deren aufwendiger und gefährlicher Räumung, hatte auch seine gute Seite, denn er konnte damit sicher viele Menschen vor Tod oder Verstümmelung bewahren. Mit seiner Erfahrung konnte er auch Heinz Rath zur Seite stehen, der eine Minenräummaschine erfand. Die heute unter dem Namen Minenwolf‘ bekannt ist und noch in mehreren Ländern das Minenräumen erleichtert. Auch berichtete Peter Willers von berühmten und bekannten Persönlichkeiten, die er im Laufe der vielen Jahre kennenlernen durfte. So lernte er nicht nur den damaligen Verteidigungsminister Volker Rühe, sondern auch den damaligen Bundesaußenminister Klaus Kinkel kennen. Mit beiden Politikern traf er sogar in verschiedenen Einsatzländern mehrmals zusammen. Aber auch von privaten Ausflügen in den Einsatzländern wusste er zu berichten. So staunten die anwesenden Gäste, als er von einer sehr Begegnung mit einem Silberrücken samt seinem Harem in Ruanda berichtete. Mit Fotos belegte er, dass er keineswegs übertrieb als er erzählte, dass dieser Gorilla-Chef plötzlich nur wenige Zentimeter neben ihm stand. Auch die mittlerweile ausgestorbenen Sahara-Krokodile konnte er im Tschad, in freier Wildbahn, beobachten. Zum Ende seines Vortrages dankte er den Zuhörern und wies auf die vier von ihm geschriebenen Bücher hin. Mit den Worten, ,,Es ist immer wieder tragisch, wie die lokale Bevölkerung unter den Minen leidet!“ beendete er seinen Vortrag. Danach stand er für die Beantwortung der gestellten Fragen zur Verfügung. Bevor der Vorsitzende der KERH, Günter Schwarz, Peter Willers ganz besonders für diesen authentischen Vortrag dankte, überreichte er ihm einen Wein- und seiner Frau Gisela ein Blumenpräsent.

 

Stehend v.l.n.r.
OTL a.D. Peter Willers, Vorsitzender OStFw a.D. Günter Schwarz und Frau Gisela Willers